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something went wrong

 Juni 8, 2023    aktion

Alexander Graham Bell gilt gemeinhin als Erfinder des Telefons. Allerdings beschäftigte sich der Pionier Johann Philipp Reis schon ein paar Jahre davor mit akustischen Signalen. Den ersten Satz, den der Deutsche über elektronische Kabel übermittelte, war: «Das Pferd frisst keinen Gurkensalat». Dieser banale und auch absurde Satz inspiriert die zeitgenössische Künstlerin Silvia Popp. Sie schafft für Ring Ring ein ortsspezifisches Werk mit dem Titel something went wrong. Dafür kreiert sie einen Pferdekopf aus Karton und Klebeband. Die Performerin stülpt sich den Kopf gleich selbst über, so dass sie sich in ein Mischwesen verwandelt, Mensch und Tier in einem. Die Betrachter*innen erblicken allerdings nicht Silvia Popp in der Telefonkabine, sondern deren Abbild. Über Lautsprecher kann ein Dialog mitgelauscht werden. Die Einstiegsfrage lautet: «Frisst das Pferd Gurkensalat»? Es handelt sich dabei um eine Frage der Künstlerin, auch wenn sie durch die männliche Stimme entpersonifiziert worden ist. Silvia Popp bleibt somit anwesend und abwesend zugleich. Ausführliche Antworten auf die Fragen liefert eine weibliche Stimme, die, sobald komplexere Themen auftauchen, einzig mit dem Satz: something went wrong, reagieren kann. Das Gegenüber entpuppt sich als durch die weibliche Computerstimme personifizierte künstliche Intelligenz. (Text: Sibylle Meier)

something went wrong, Installation/Ausstellung 8. Juni bis 30. Juli 2023, ring ring, Plattform für zeitgenössische Kunst, Zürich