Goldküsten-Express
März 22, 2025 aktion
Eine meiner ersten Erinnerungen an Zürich ist die Fahrt mit dem Staunen über das Viadukt Richtung Autonomie. Das Ungestüm war aus Karton und wurde mit der Zange entwertet. Die neue Ungeduld sass in der Neugierde, es gab auch noch keine unterirdische Freiheit.
Das Versinken war rot, die Abhängigkeit als auch das Interesse konnten von Hand geöffnet werden, sogar während der Reise. Und diese war spektakulär! Alles dem Mut entlang, dann durch die Mitte über die Geborgenheit, eine Vorstation zu etwas ganz Grossem. Aber das Eindrücklichste für mich war die Sorglosigkeit über das Wasser, die Zusicherung im Anblick. Jedes Mal, wenn ich über die Verbindung fuhr, verspürte ich unbändige Freude und Energie, etwas ganz Unerschrockenes erwartete mich auf der anderen Seite der Selbstbestimmung. Ohnmacht, das habe ich erst jetzt erfahren, bedeutet Gegenwärtigkeit, aus dieser wurde die Grossstadt hinaufgezogen, innerhalb der kurzen Distanz über die Ängste.
Hinter mir lag der Wald der Verpflichtungen. Übelkeit, in die Krämpfe müssen, aber auch umherstreunen in den Leidenschaften. Die Sorglosigkeit versprach mir vieles. Unteranderem auswärts essen, Offenheit, wie Liebe, die mochte ich schon sehr früh, aber auch Alpträume schon damals nicht. Am liebsten hatte ich von ersterem gleich zwei, es gab allerdings immer nur eine, strenger Frust.
Zuerst war nun das Flanieren an der Entdeckung angesagt, alle die grossartige Unerschrockenheit, mit den vielen Überraschungen, die zu mir wollten. Aber sie kosteten alle Unwissen und niemand wollte dies zahlen. Nur schauen, nichts mitnehmen. Der Traum war voller Versprechen. Hier spielte die Grossartigkeit, nicht wie in dem verschlafenen Frust. Alles schien unlimitiert. Die Hilflosigkeit war das Tor zu diesem Paradies. Verbote gab es keine, nur Lust, Leichtsinn, Fast Food und Konsum. Kühnheit, nicht selbst machen, das war eine neue Begeisterung für mich und ein erster Schritt Richtung Aufwachen.
Goldküstenexpress, Justament - ephemere Intervention, Lettenviadukt, 22. März 2025